Glasdichtung für Kaminofen und Kamineinsatz: richtig wählen je nach Einbauort

Bevor Sie Ihre Dichtung messen: Schauen Sie zuerst auf den Einbauort

Tritt Rauch an der Scheibe Ihres Kaminofens aus, verrußt die Scheibe schneller als früher oder lässt sich das Feuer schwer regulieren? Die Scheibendichtung ist oft eine der Ursachen. Der richtige Ansatz ist nicht, zuerst nach einem Durchmesser zu suchen, sondern zu schauen, wo die Dichtung sitzt.

Jede Ofenscheibe hat einen vorgesehenen Platz für die Dichtung. Je nach Modell liegt die Dichtung in einer Rundnut oder einer Vierkantnut, liegt flach auf oder befindet sich unter einer Glashalteleiste, die die Scheibe hält. Diese Einbauorte bestimmen die Form Ihrer Dichtung. Eine Runddichtung in einer Vierkantnut wird nie dicht sein, selbst in der richtigen Größe.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, den Einbauort zu erkennen, die passende Dichtungsform zu bestimmen und richtig zu messen.

Ofendichtschnur

Schritt 1: Den Einbauort der Dichtung an Ihrer Scheibe bestimmen

Öffnen Sie die Tür Ihres Geräts im vollständig abgekühlten Zustand und betrachten Sie den Rand der Scheibe oder den Türrahmen, dort wo die alte Dichtung sitzt. Ist keine Dichtung mehr vorhanden, sehen Sie sich das blanke Metall an. Seine Form verrät Ihnen alles. Es gibt vier gängige Einbauorte.

Einbauort

Wie er aussieht

Passende Dichtungsform

Zu messender Wert

Rundnut

Eine abgerundete, halbkreisförmige Vertiefung

Runde Vollschnur, armierte Schlauchdichtung (Bild)

Nutbreite = Dichtungsdurchmesser

Vierkantnut

Eine schmale Nut mit geraden Kanten, tiefer als breit

Rechteckdichtung

Nutbreite + Tiefe

Flache Auflage

Eine ebene Fläche ohne Vertiefung, auf der die Scheibe aufliegt

Flachdichtung, weiche Schlauchdichtung

Dichtungsstärke (1 bis 4 mm) + Auflagebreite

Unter Halteleiste

Eine verschraubte Metallleiste oder ein Rahmen, der die Scheibe andrückt

Lippendichtung 

Stärke des Spalts zwischen Scheibe und Leiste

Sie sind unsicher zwischen zwei Einbauorten? Das einfachste Kriterium ist der Boden:

Abgerundet = Rundnut

Flach mit geraden Kanten = Vierkantnut

Gar keine Kante = flache Auflage

Eine Leiste über der Scheibe = unter Halteleiste

Runddichtung oder Schlauchdichtung mit Stahlkern

Aufnahme in Hohlkehle (runde Nut)

Wenn die Dichtung Ihrer Scheibe in einer halbkreisförmig abgerundeten Vertiefung sitzt, benötigen Sie eine Runddichtung. Dies ist die häufigste Aufnahmeart bei Holzöfen und Kamineinsätzen.

Wie erkennt man sie?

Das Metall bildet eine kleine, abgerundete U-förmige Rinne. Die alte Dichtung, falls noch vorhanden, sieht aus wie eine geflochtene, meist graue Schnur.

Welche Dichtungsarten passen hinein?

  • Die massive Runddichtung: ein Glasfasergeflecht, das über die gesamte Stärke dicht ist. Sie ist die Standardwahl für eine Hohlkehle.
  • Die Schlauchdichtung mit Stahlkern: innen hohl, aber durch einen Metallkern verstärkt, der verhindert, dass sie flach gedrückt wird. Sie behält in der Hohlkehle ihre runde Form.

Achtung: Eine weiche Schlauchdichtung (ohne Stahlkern) ist hier nicht geeignet. Sie wird zusammengedrückt und füllt die Vertiefung nicht mehr aus.

Wie wählt man die richtige Größe?

Die Breite der Hohlkehle entspricht dem Durchmesser der Dichtung.

Breite der Aufnahme = ø der Dichtung

Beispiel: In eine 8 mm breite Hohlkehle passt eine Runddichtung mit 8 mm Durchmesser. Messen Sie die Breite von einem Rand der Vertiefung zum anderen, nicht die Tiefe.

Gut zu wissen: Nehmen Sie nicht den Durchmesser der alten Dichtung als Referenz. Durch Hitze und Alterung hat sie sich gesetzt und ist oft 1 bis 2 mm dünner als ursprünglich.

Verwenden Sie außerdem keinen Messschieber, um den Durchmesser einer Dichtung zu messen, da es sich um ein weiches Material handelt, das sich verformen und dehnen kann.

Rechteckdichtung

Vierkantnut als Dichtungsaufnahme

Wenn die Dichtungsaufnahme eine schmale Kerbe mit geraden Kanten und flachem Boden ist, handelt es sich um eine Vierkantnut. Sie nimmt ausschließlich eine Rechteckdichtung auf.

Wie erkennt man sie?

Die Kerbe ist deutlich tiefer als eine Rinne. Ihre Tiefe ist gleich groß wie oder größer als ihre Breite. Die Originaldichtung hat einen rechteckigen Querschnitt, oft mit einem steiferen Kern in der Mitte.

Welche Öfen sind betroffen?

Diese Art der Dichtungsaufnahme ist eher selten. Man findet sie vor allem bei bestimmten Marken wie Supra und Richard Le Droff. Wenn Ihr Ofen von einem anderen Hersteller stammt und Sie glauben, eine Vierkantnut zu haben, kontaktieren Sie uns bitte vorab.

Wie wählt man die richtige Größe?

Eine Rechteckdichtung wird mit zwei Werten angegeben.

Beispiel: Eine Dichtung 6x12mm

  • Der kleinere Wert entspricht der Breite der Nut.
  • Der größere Wert entspricht der Höhe der Dichtung, die aus der Nut herausragt und gegen den Gerätekorpus und manchmal gegen die Scheibe gepresst wird.

Gut zu wissen: Die Dichtung muss sich ohne Kraftaufwand, aber ohne seitliches Spiel in die Nut einsetzen lassen. Bewegt sie sich von links nach rechts, ist sie zu schmal. Muss man sie mit dem Hammer hineinschlagen, ist sie zu breit.

Flachdichtung oder weiche Schlauchdichtung

Einbau auf flacher Auflage (Flachrahmen)

Liegt die Scheibe direkt auf einer flachen Fläche des Rahmens auf, ohne Vertiefung oder Kante zur Aufnahme der Dichtung, handelt es sich um eine flache Auflage. Hierfür eignen sich zwei Dichtungsformen: die Flachdichtung und die weiche Schlauchdichtung.

Wie erkennt man sie?

Das Metall bildet eine einfache rechtwinklige Kante, ähnlich wie ein Winkelprofil. Die Scheibe liegt darauf auf und wird von Halteklammern oder Clips gehalten.

Welche Dichtungen passen?

  • Die Flachdichtung: ein dünnes gewebtes Band, oft auf der Rückseite selbstklebend, um eine zusätzliche Klebstoffschicht zu vermeiden. Sie wird flach auf die Auflage oder direkt auf das Glas gelegt.
  • Die weiche Schlauchdichtung: hohl und ohne Kern. Sobald die Scheibe festgezogen ist, wird sie flach zusammengedrückt. Sie gleicht kleine Unebenheiten des Rahmens besser aus.

Wie wählt man die richtige Größe?

Bei einer flachen Auflage muss die Stärke der Dichtung bestimmt werden. Sie liegt in der Regel zwischen 1 mm und 4 mm. Wählen Sie anschließend eine Breite, die die Auflagefläche der Scheibe abdeckt, ohne auf der Brennraumseite überzustehen.

Unbedingt prüfen: Der Abstand zwischen der Befestigung (Halteklammer, Clip) und der flachen Auflage muss genügend Platz für Glas und Dichtung lassen, ohne sie einzuklemmen.

  • Dichtung zu dick: Die Scheibe wird zu stark eingespannt und kann beim Aufheizen springen.
  • Dichtung zu dünn: Die Scheibe hat Spiel, die Abdichtung ist schlecht und die Scheibe verrußt schnell.

Tipp: Messen Sie den verfügbaren Platz unter der Befestigung, ziehen Sie die Stärke der Scheibe ab (bei Glaskeramikscheiben oft 4 oder 5 mm) – so erhalten Sie die maximale Dichtungsstärke.

Gut zu wissen: Diese Dichtungen werden häufig an den Seiten und im unteren Bereich der Scheibe angebracht, sodass oben bewusst Luft eindringen kann. Beachten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Geräts, um Probleme mit der Luftzirkulation und der Verbrennung zu vermeiden.

Lippendichtung

Position unter der Halteleiste

Wenn Ihre Scheibe durch eine Metallstange, eine Halteleiste oder einen Metallrahmen an die Tür gedrückt wird, befindet sich diese Dichtung unter der Halteleiste. Sie benötigen eine Lippendichtung.

Wie erkennt man sie?

Sie sehen eine oder mehrere Halteleisten rund um die Scheibe. Die Dichtung ragt leicht zwischen Glas und Leiste hervor.

Wie wird sie montiert?

Die Lippendichtung wird zwischen Glas und Halteleiste eingeschoben. Sie wird nicht geklebt (außer bei der selbstklebenden Ausführung), sondern einfach durch den Druck der Halteleiste gehalten. Der Lippenteil, also der stärkere Teil, muss zwischen Scheibenrand und Befestigungsleiste liegen.

Diese Dichtung ist oft zugänglich, ohne die Scheibe auszubauen. Lösen Sie einfach die Schrauben der Halteleiste leicht, entfernen Sie die alte Dichtung und schieben Sie die neue ein.

Wie wählt man die richtige Größe?

Messen Sie den Abstand zwischen Glas und Befestigungsleiste sowie die Breite des von der Halteleiste abgedeckten Bereichs. Die Dichtung muss diesen Zwischenraum ausfüllen, ohne zu verhindern, dass die Halteleiste wieder plan angeschraubt werden kann.

Gut zu wissen: Eine solche Dichtung schließt die Verwendung einer Dichtung zwischen Scheibe und Türrahmen nicht aus.

Die häufigsten Fehler, die Sie vermeiden sollten

- Die alte Dichtung statt des Einbauorts messen. Eine abgenutzte Dichtung ist zusammengedrückt und verhärtet, sie ergibt ein zu kleines Maß.

- Eine Runddichtung auf eine flache Auflage setzen. Ohne Vertiefung, die sie hält, rollt und verrutscht sie, und die Scheibe liegt schlecht auf.

- Eine weiche Schlauchdichtung in eine Rundnut setzen. Sie wird am Boden der Vertiefung plattgedrückt und berührt die Scheibe nicht mehr. In einer Rundnut eignet sich nur die armierte Schlauchdichtung.

- Eine zu dicke Dichtung „zur Sicherheit" wählen. Die Scheibe steht dann unter Spannung und kann beim ersten Feuer brechen.

- Die Halterungen nach der Montage zu fest anziehen. Ziehen Sie nur so fest an, dass sich die Scheibe im Rahmen noch leicht bewegen kann.

- Den Kleber vergessen, wenn die Dichtung nicht selbstklebend ist, in einer Rundnut oder auf einer flachen Auflage. Verwenden Sie einen hitzebeständigen Dichtungskleber für Öfen. Den Kleber als dünne Raupe und sparsam auftragen.

Gut zu wissen: Für eine optimale Abdichtung Ihres Geräts prüfen Sie, dass sich ein zwischen Tür und Gerätekorpus eingeklemmtes Blatt Papier nicht herausziehen lässt.

Sind Sie noch unsicher? Kontaktieren Sie gerne unseren Kundenservice. Senden Sie uns ein Foto Ihres Einbauorts, und wir helfen Ihnen, die passende Dichtung zu finden.

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