Glossar der Abgastechnik: das gesamte Fachvokabular entschlüsseln

Die Abgastechnik steckt voller Begriffe, die oft für Verwirrung sorgen: Einzug, Zug, DTU 24.1, doppelwandiger Schornstein... Dieses Vokabular stellt eine echte Hürde dar, sowohl für Privatpersonen, die einen Ofen einbauen lassen, als auch für Fachleute, die ein Lastenheft lesen. Dieses Glossar erklärt jeden Begriff auf einfache Weise.

Die 5 wichtigsten Begriffe, die Sie zuerst kennen sollten

Wenn Sie wenig Zeit haben, merken Sie sich zunächst diese. Sie tauchen in fast allen Kostenvoranschlägen und allen Baustellengesprächen rund um die Abgastechnik auf.

  • Einzug (Innenrohr): das Einsetzen eines Rohrs in einen bestehenden Schornstein.
  • Zug: die natürliche Bewegung, die die Rauchgase nach oben zieht.
  • Verbindungsstück: der sichtbare Teil, der das Gerät mit dem Schornstein verbindet.
  • DTU 24.1: das Dokument, das die Regeln für die Verlegung von Schornsteinen festlegt.
  • Kehrung (Reinigung): die vorgeschriebene Reinigung des Schornsteins, ein- bis zweimal pro Jahr.

Arten von Schornsteinrohren

Rauchgasrohr (Schornstein)

Das Rauchgasrohr ist der senkrechte Kanal, der die Verbrennungsgase nach außen über das Dach ableitet. Es kann gemauert aus Formsteinen, metallisch aus Edelstahl oder isoliert sein. Sein Querschnitt und seine Höhe richten sich nach der DTU 24.1. Ein häufiger Fehler ist es, diesen Schornstein zu klein zu dimensionieren, was den Zug beeinträchtigt.

Verbindungsstück

Das Verbindungsstück verbindet den Austritt des Geräts mit dem Rauchgasrohr. Es ist der sichtbare Teil, oft aus emailliertem Stahl. Es muss auf seiner gesamten Länge sichtbar bleiben, um Kontrolle und Reinigung zu ermöglichen.

Einwandiger und doppelwandiger Schornstein

Der einwandige Schornstein besteht aus einer einzigen Metallschicht. Der doppelwandige Schornstein, auch isolierter Schornstein genannt, fügt zwischen zwei Rohren eine Schicht aus Steinwolle hinzu, um die Rauchgase warm zu halten. Der doppelwandige Schornstein wird immer dann eingesetzt, wenn der Schornstein durch einen unbeheizten Raum verläuft oder aus dem Dach austritt.

Saugzugsystem 

Das Saugzugsystem ist ein System, das die Rauchgase ableitet und die Verbrennungsluft über denselben Durchgang ansaugt, bei einem raumluftunabhängigen Gerät. Man findet es bei Brennwertkesseln und bestimmten Pelletöfen.

Formstein

Der Formstein ist ein vorgefertigtes Element aus Ton oder Beton, das gestapelt wird, um einen gemauerten Schornstein zu errichten. Bei einem modernen Gerät wird oft das Innere eines alten Schornsteins aus Formsteinen mit einem Innenrohr versehen, anstatt ihn neu zu bauen.

Eingriffe an einem bestehenden Schornstein

Einzug (Innenrohr)

Der Einzug besteht darin, ein flexibles oder starres Rohr in einen bestehenden Schornstein einzuschieben, um ihn dicht und für ein neues Gerät geeignet zu machen. Man verwendet Edelstahl 316L für Holz oder Polypropylen (PPs) für einen Brennwertkessel. Bei einem alten gemauerten Schornstein ist dies fast immer vorgeschrieben.

Ausfütterung 

Die Ausfütterung saniert einen Schornstein, indem ein spezieller Mörtel an seine Wände gegossen wird, wodurch eine glatte und dichte Oberfläche neu entsteht. Diese Technik eignet sich für beschädigte, aber noch gerade Schornsteine und ist einem qualifizierten Fachmann vorbehalten.

Entfernung von Glanzruß 

Die Entfernung von Glanzruß beseitigt den verhärteten Glanzruß, der sich in einem Schornstein angesammelt hat. Glanzruß ist sehr leicht entflammbar und eine einfache Kehrung reicht nicht aus, um ihn zu entfernen. Sie wird von einem Fachmann durchgeführt, mit anschließendem Zertifikat.

Gängige Materialien

Edelstahl 316L

Edelstahl 316L ist ein rostfreier Stahl, der sehr gut gegen Korrosion beständig ist. Er ist das Referenzmaterial für den Einzug eines Rohrs bei einem Holzgerät. Sein Molybdängehalt macht ihn widerstandsfähiger gegenüber sauren Kondensaten als Edelstahl 304.

Polypropylen (PPs)

Polypropylen (PPs) ist ein Kunststoff, der die lauwarmen und feuchten Rauchgase von Brennwertkesseln verträgt, aber nicht die heißen Rauchgase von Holz. Er wird ausschließlich im Niedertemperaturbereich eingesetzt. Ihn bei einem Holzofen zu verwenden wäre gefährlich, da er schmelzen würde.

Steinwolle

Steinwolle ist das Dämmmaterial, das zwischen die beiden Wände eines isolierten Schornsteins eingeschoben wird. Sie hält die Rauchgase warm und schützt die benachbarten Materialien vor der Hitze. Verdichtete oder feuchte Steinwolle verliert ihre Wirksamkeit.

Physik und Funktionsprinzipien

Zug

Der Zug ist die natürliche Sogwirkung, die die heißen Rauchgase nach oben in den Schornstein drückt. Er hängt von der Höhe des Schornsteins, der Temperatur der Rauchgase und dem Querschnitt ab. Ist er zu schwach, dringen die Rauchgase in den Raum zurück.

Rückstau

Der Rückstau tritt auf, wenn die Rauchgase, anstatt aufzusteigen, absinken und durch das Gerät in den Raum austreten. Das ist eine echte Gefahr, da es der Kohlenmonoxidbelastung aussetzt. Sobald er auftritt, muss man das Gerät abschalten, lüften und einen Fachmann rufen.

Kondensation

Die Kondensation tritt auf, wenn die Rauchgase unter den Taupunkt abkühlen und der Wasserdampf an der Wand wieder flüssig wird. Ein isolierter Schornstein und ein geeignetes Rohr (Edelstahl 316L oder PPs) vermeiden das Problem.

Glanzruß

Glanzruß ist eine schwarze, harte und glänzende Ablagerung, die sich an den Wänden bildet, wenn die Verbrennung schlecht oder das Holz zu feucht ist. Sehr leicht entflammbar, ist er die Hauptursache für Kaminbrände und erfordert eine Glanzrußentfernung.

Luftzufuhr

Die Luftzufuhr ist die Zufuhr von Frischluft, die für die Verbrennung erforderlich ist. Ohne sie fehlt dem Gerät Sauerstoff und der Zug bricht zusammen. Neue, sehr dichte Wohnungen erfordern oft eine direkte, mit dem Gerät verbundene Luftzufuhr.

Eine Schornsteinbezeichnung verstehen: das Beispiel T450 N1 D 3 G50

Auf dem Typenschild eines Schornsteins stoßen Sie auf eine Folge wie T450 N1 D 3 G50. Jeder Block hat eine durch die Norm NF EN 1443 definierte Bedeutung: T450 ist die Temperaturklasse (450 C im Dauerbetrieb), N1 die Druckklasse (Unterdruck), D die Kondensatklasse (Trockenbetrieb), 3 die Korrosionsbeständigkeit (Holz und Heizöl) und G50 die Widerstandsfähigkeit gegen Kaminbrand mit einem Sicherheitsabstand von 50 mm.

Die Normen und Referenzdokumente in der Abgastechnik

Referenz

Funktion

DTU 24.1

Regeln für die Planung und Verlegung von Schornsteinen.

NF EN 1443

Bezeichnungssystem für Schornsteine.

NF EN 1856-1 und 1856-2

Anforderungen an metallische Schornsteine und Innenrohre.

NF EN 13384

Berechnungsmethode zur Dimensionierung eines Schornsteins.

Kehrung (Reinigung)

DieKehrung ist die mechanische Reinigung des Schornsteins zur Entfernung von Ruß. Sie ist vorgeschrieben. Die regionale Hygieneverordnung schreibt in der Regel zwei Kehrungen pro Jahr für einen Holzschornstein vor, davon eine während der Heizperiode.

Häufige Fragen zur Abgastechnik

1. Ist ein Innenrohr immer vorgeschrieben ?

Nicht grundsätzlich, aber es ist erforderlich, sobald ein modernes Gerät an einen alten, undichten gemauerten Schornstein angeschlossen wird. Das Rohr schützt das Mauerwerk vor Kondensaten und sichert die Ableitung.

2. Wie oft muss gekehrt werden ?

Bei einem Holzgerät lautet die allgemeine Regel zweimal pro Jahr, davon eine Kehrung während der Heizsaison. Ein Fachmann händigt Ihnen ein Zertifikat aus, das Sie für Ihre Versicherung aufbewahren sollten.

3. Was tun, wenn Rauch in den Raum zurückkommt ?

Es handelt sich um einen Rückstau. Schalten Sie das Gerät ab, lüften Sie den Raum und lassen Sie den Zug und die Luftzufuhr von einem Fachmann überprüfen, da Gefahr durch Kohlenmonoxid besteht.

Endlich ein klares Vokabular für Ihre Projekte

Mit diesem Glossar werden die Begriffe der Abgastechnik verständlich, vom Innenrohr über den Zug bis hin zu den genormten Bezeichnungen. Der nächste Kostenvoranschlag oder das nächste Lastenheft lässt sich damit deutlich schneller lesen. Für eine maßgeschneiderte Beratung oder ein Ersatzteil ist das Team über die Seite Kontakt erreichbar.

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